"Weniger die Kleidung. Mehr die Einstellung"

JAGDREITEN MIT STIL


... legt seinen Fokus nicht auf modische Oberflächlichkeit. Der Titel drückt vielmehr aus, dass der Stil, der einen Jagdreiter ausmacht, mehr als nur ein elegantes Stückchen Stoff ist. Der alleinige Besitz eines Jagdscheins macht den Jäger noch lange nicht zum Waidmann. Erst durch die Wertschätzung des jagdlichen Kerns und der Sache gegenüber, das Leben der jagdreiterlichen Werte als auch das Hintergrundwissen dazu sowie die Einhaltung der Traditionen und des Brauchtums, formen daraus ein Gesamtbild. Dieses setzt sich aus den Einheiten Kultur, Natur, Kreatur, Tradition und sportlicher Fairness zusammen.

Die Faszination des Jagdreitens wird wahrlich zum Genuss, wenn man ein für die Zwecke der Jagd bestmöglich trainiertes Pferd reitet, während man sich selbst in gutem Trainingszustand befindet und man unter Einhaltung von Tradition und Brauchtum die Natur sowie die Arbeit der Hounds und die der Bläser achtet.



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Über mich

Aufgewachsen in einer Jagdreiterfamilie, die jährlich auf dem elterlichen Hof von 1977 bis 1999 sportlich ambitionierte Schleppjagden ausrichtete. Von Kindesbeinen an wuchs ich mit diesem Sport auf. Eine Passion, die bis heute anhält.
Jagdreiten mit Stil ist das Ergebnis meines Profils auf Instagram, auf dem ich den Hashtag #jagdreitenmitstil kreierte und dort stetig Bilder meiner Leidenschaft hochlade. Da ich meine Erlebnisse jedoch nicht ausschließlich auf diesem sozialen Medium teilen möchte, wurde daraus die Webseite.

Seit 4 Jahren halte ich Seminare zum Thema Stil und Form der Schleppjagd. Darüberhinaus gebe ich Kurse über das Training eines Jagdpferdes sowie zur Stabilität und Balance im Leichten Sitz.




Eindrücke (m)einer Leidenschaft, dem Jagdreiten

Die Faszination der Schleppjagd




Termine 2021

16.04.2021
-18.04. 2021 | Jagdreiter-Lehrgang unter Vorbehalt | RuF Altenoythe Kampe
Informationen folgen, da bzgl. COVID-19 nur bedingt geplant werden kann.   mehr




Vergangene Termine der Jagdreiter-Lehrgänge 2020


23.-25. Oktober 2020 | Jagdreiter-Lehrgang | Abgesagt COVID-19


24. September | Auffrischungskurs für Teilnehmer vorheriger Kurse


September | Westerstede | Abgesagt COVID-19


22.-23. August 2020 | Jagdreiter-Lehrgang Hengstprüfungsanstalt Adelheidsdorf (Celle)


14.-16. August 2020 | Jagdreiter-Lehrgang Rosenhof Büdingen


07.-09. August 2020 | Jagdreiter-Lehrgang Sahrendorf (Lüneburger Heide)


05.-07. Juni 2020 | Jagdreiter-Lehrgang Verden


20.-22. März 2020 | Jagdreiter-Lehrgang | Abgesagt COVID-19




Eindrücke des Jagdreiter-Lehrgangs in der Lüneburger Heide rund um Stabilität und Balance im Leichten Sitz sowie das Reiten in der Gruppe



Dieser Lehrgang wurde gesponsert von: BEMER Partner Anja Jochims und von Drohnenfotografie Florian Wißmann digital begleitet.




Blog

28.10.2020

Der Stulpenstiefel – Herkunft und Funktion in der Jagdreiterei

Fragt man Reitersleute was ein Stulpenstiefel ist, so heißt es in der Regel: „Oben braun, unten schwarz.“ An sich ist das völlig richtig, doch damit nicht genug. Was mich stets interessiert, sind die Fragen nach der Herkunft und der daraus resultierenden Funktion beziehungsweise nach dem Verwendungszweck sowie die Entwicklung und die Funktion im jagdlichen Gebrauch.

Was also ist mit dem Begriff Stulpenstiefel gemeint? Wie bereits erwähnt, wird die sogenannte Stulpe des modernen Reitstiefels dem meist braun abgesetzten Part zugeordnet. Die reine Stulpe an sich, wie man sie früher kannte, hat damit allerdings nichts zu tun. Ein klassischer Stiefel, wie er zu Zeiten des Militärs oder auch zur höfischen Jagd getragen wurde, war ein solcher, dessen Vorderseite bis weit über das Knie verlängert beziehungsweise erhöht war. Ähnlich den sogenannten „Overknees“ für Damen, lediglich mit dem Unterschied, dass der damalige Stulpenstiefel zwar über die Wade hinaus bis oberhalb des Knies verlängert wurde, dieser aber unterhalb der Kniekehle endete und so lediglich die Front bis über das Knie reichte. Siehe Bild am Ende des Textes.
Der Sinn einer verlängerten Vorderseite bestand darin, in Kombination mit einem langen Jagdrock einen gewissen Schutz vor Ästen, vor Dornen und vor Einflüssen der Witterung zu bieten. So konnte die komplette Front des Reiters warm und trocken gehalten und Verletzungen durch Äste weitgehend vermieden werden. Erneut ein Indiz, dass Jagdkleidung in erster Linie eine funktionale Arbeitskleidung war und ist, die man nicht nutzte, um optisch aufzufallen.

Befand sich der Reiter im Sattel, stellte die vordere Verlängerung des Stiefels keinerlei Beeinträchtigung für den berittenen Jäger dar. Musste dieser einmal abseits des Pferderückens beispielsweise einen Hund im Dickicht suchen, schränkte ihn ein bis über das Bein gehende Leder doch deutlich in der Bewegung ein. In einer solchen Situation wurde die Verlängerung des Stiefels nach unten umgestülpt, worauf das helle Innenleder zum Vorschein kam, was also die Grundlage dessen ist, was wir heute einen Stulpenstiefel nennen.

In diesem Zuge lässt sich auch die Frage beantworten, weshalb die Dame traditionell zur Jagd keinen Stulpenstiefel trägt. Die stundenlange Hatz hinter lebendem Wild zur kalten Jahreszeit stellte sowohl ein erhöhtes Risiko als auch eine große Anstrengung für Reiter – egal welchen Geschlechts - dar. Der in hohem Tempo beliebte Querfeldeinritt war gefährlich, musste man doch alles im Weg befindliche Springen. Das Ausharren in der nasskalten Natur über mehrere Stunden hinweg, verbunden mit einer möglichen Konfrontation eines sich auf der Flucht befindenden wilden Tieres, waren Situationen, denen sich die aristokratische Dame zu jener Zeit nur bedingt aussetzte, wenngleich sie dazu im Stande gewesen wäre. Angesichts des damals üblichen Seitsitzes einer Reiterin, die mit einem Beinkleid bis zum Knöchel ausgestattet war, hatte ein Stulpenstiefel darunter wenig Funktion. Durch ihren langen Rock war sie vor jedmöglicher Kälte, Nässe und Geäst geschützt, so dass also ein bis über das Knie verlängerter Reitstiefel überflüssig war.

Es ist nur eine der vielen Traditionen und Brauchtümer, die den Jagdsport ausmachen und die ihn zu dem machen, was er ist: Ein Botschafter der Kultur, die bis heute zahlreiche Menschen begeistert. Mich fasziniert es, wie viele Details, die heute im Reitsport als selbstverständlich gelten und in Mode sind, doch ihren Ursprung unter anderem in der Jagdreiterei haben.

Tally-Ho

Philipp Jakob | Jagdreiten mit Stil

Bildquelle: Bottes de venerie

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Admin - 21:28 @ Jagdreiten, Stil, Kleidung Schleppjagd





Habe Spaß. Reite Jagd. Aber richtig

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