"Weniger die Kleidung. Mehr die Einstellung"

Anmerkungen zum roten Jagdrock

Klassischerweise trägt der rote Rock mit seiner Signalfarbe dazu bei, dass sich diejenigen, die das Jagdgeschehen maßgeblich beeinflussen, vom Rest des Jagdfeldes abheben. In der Regel sind dies die Whipper-In/Piqueure. In Deutschland gibt es die Tradition, dass die Farbe rot an verdiente Reiter verliehen wird.

Landläufige Meinungen, dass es den roten Rock gibt, um bei einem Sturz gefunden zu werden oder einfach die Tatsache, sich einen zu kaufen und ihn sich selbst zu verleihen, sind nicht im Sinne der Tradition.
Im Pferde-Lexikon (Kleiderordnung Jagdreiten) ist es unter Kleidungsvorschriften richtig beschrieben.
“Er wird nur von den für den geregelten Ablauf der Jagd verantwortlichen Reitern getragen sowie an besonders gute Jagdreiter verliehen.” An das “besonders gute Jagdreiter” hänge ich gerne noch das Stichwort Horsemanship an.

Stellen wir uns ein Fußballspiel vor. Hier tragen diejenigen, also die Schiedsrichter, die für den korrekten Verlauf des Spiels verantwortlich sind, eine Signalfarbe. Das gleiche Prinzip gilt ursprünglich bei der Jagd für enstprechende Personen, wie oben genannt, mit einer verantwortungsvollen Funktion während der Jagd. Diese klare Struktur macht es möglich, unter vielen Feldspielern oder eben unter vielen Feldreitern diese Schlüsselfiguren bereits auf den ersten Blick deutlich von allen anderen zu unterscheiden.

 

Es wäre toll, im Sinne der Tradition und unter Berücksichtigung der Geschichte unseres Sportes, als Feldreiter weniger Wert auf die Farbe rot zu legen und sie denjenigen zu überlassen, die an den Hunden reiten. Nur wer einen roten Rock trägt, ist nicht gleich ein vollkommener Jagdreiter - der alleinige Besitz eines Jagdscheins, macht den Besitzer noch nicht zum Waidmann.



Reiter auf WieseJagdgesellschaft in gedeckten Farben (Quelle: Dagmar v. Fürstenberg)


Philipp Jakob | Jagdreiten mit Stil


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Habe Spaß. Reite Jagd. Aber richtig.