"Weniger die Kleidung. Mehr die Einstellung"

JAGDREITER-LEHRGÄNGE

Es ist unerlässlich, einen sicheren und ausbalancierten Sitz zu haben, der es dem Pferd ermöglicht, leicht und ohne Probleme die Herausforderungen einer Schleppjagd zu meistern. Zu den Terminen geht es hier.

Image-Film Jagdreiter-Lehrgang


Dieser Lehrgang wurde gesponsert von: BEMER Partner Anja Jochims und von Drohnenfotografie Florian Wißmann digital begleitet.


Stabilität und Balance im Leichten Sitz - unerlässlich für das Reiten im Gelände

Des Reiters oberstes Ziel sollte es sein, zügelunabhängig und schonend für das Pferd zu sitzen, um harmonisch reiten zu können.

Die italienische Kavallerieschule hat einen solchen, zurückgehend auf Federico Caprilli, verfeinert, der durch die Kavallerieschule Hannover perfektioniert wurde. Dieser Sitz führte die über Hindernisse reitenden Olympiade-Teilnehmer der Kavallerieschule Hannover 1936, in Kombination mit den dressurmäßig besser gearbeiteten Pferden als die anderer Nationen, zum Gewinn aller möglichen olympischen Medaillen.

Die Grundlagen des Sitzes habe ich bei Axel Henrich gelernt. Mit rund 70 verschiedenen Pferden, die ich auf Jagden vorgestellt habe, konnte ich diesen verinnerlichen und mich in vielen Situationen vom Mehrwert dieses Sitzes im Jagdfeld überzeugen und davon profitieren.

Bei meinen Jagdreiter-Lehrgängen lege ich den Fokus auf Basisarbeit, bei der die Stabilität und Balance im Leichten Sitz geschult wird, um zunächst zügelunabhängig und harmonisch im Gelände reiten zu können. Im nächsten Schritt wird damit das zügelunabhänige und harmonische Reiten über feste Hindernisse trainiert.

Das Fundament

Der Kern eines ausbalancierten Sitzes ist sein Fundament. Im Dressursitz mit langem Bügel befindet sich das Fundament des Reiters im Sattel. Dieser sitzt möglichst im Schwerpunkt und schwingt mit den Bewegungen des Pferdes mit. Abgefedert wird im Fußgelenk. Dazu wird der Steigbügel lediglich mit dem Fußballen durchgetreten.

Im Jagdfeld befindet sich der Reiter hingegen im leichten Sitz und sitzt nicht, wie in der Dressur, ein. Daher verlagert sich das Fundament vom Sattel in den Steigbügel. Da hier nichts abgefedert wird, denn ein Fundament, das federt, ist kein Fundament, wird der kurze Bügel vollkommen durchgetreten. Abgefedert wird aus der Hüfte und dem Knie.

Die grundlegende Balance findet der Reiter im Steigbügel. Dies lässt sich am Beispiel einer Treppenstufe nachvollziehen. Stellt man sich eine solche als den Bügel vor und tritt nur mit dem Fußballen auf die Kante, zeitgleich imitiert man die Position des Leichten Sitzes, so fällt auf, dass man sich wesentlich schwieriger ausbalancieren kann.

Bei hinzunehmenden Bewegungen kommt man schneller in ein Ungleichgewicht. Tritt man bis zum Fußspann auf die Kante der Stufe und nimmt die gleiche Position ein, wird man feststellen, dass es einem wesentlich leichter gelingt, die Balance zu finden, sie zu halten und unter Hinzunahme leichter Bewegungen nicht alsbald wieder vom Ungleichgewicht überwältigt zu werden.


Impressionen

Fotos: Constantin Zinn und Heike Schrader - Schön, dass ihr dabei wart!



Die Position & die Bedeutung des Unterschenkels

Unterstützt wird die oben beschriebene Balance durch die richtige Position des Unterschenkels. Hierzu empfiehlt es sich einmal selbst in die Hocke zu gehen, um eine Position wie die eines Skifahrers einzunehmen. Je lotrechter der Unterschenkel und richtig in der Hüfte eingeknickt, umso stabiler kann sich derjenige in der Hocke halten.

Die Bedeutung eines flexiblen Unterschenkels im Jagdfeld zeigt sich bei kleinen Missverständnissen zwischen Pferd und Reiter. Wir kennen die Situation als Beifahrer im Auto zu sitzen. Der Fahrer bremst plötzlich und stark. Zunächst fallen wir in den Sicherheitsgurt. Entscheidend ist nun, wie sich die Position der Unterschenkel verändert. Man stellt fest, dass sich diese in den Fußraum drücken und dafür sorgen, dass unser mit Schwung nach vorn fallender Körper abgefangen wird.

Das gleiche Prinzip gilt im Sattel, verbunden mit einem flexiblen Unterschenkel. Wenn dieser beispielsweise beim "Parken" des Pferdes vor dem Sprung ein wenig nach vorne ausgleichen kann, ist es dem Reiter leichter möglich, sein nach vorn fallendes Gewicht durch den Unterschenkel abzufangen. Dies soll nicht heißen, dass der Unterschenkel pausenlos nach vorne zeigen soll. Er befindet sich grundsätzlich am Pferd sowie unter dem Schwerpunkt des Reiters und kann - in einer solch beschriebenen Position - entsprechend ausgleichen.





pj@jagdreitenmitstil.de

Habe Spaß. Reite Jagd. Aber richtig.