STIL

Der Begriff Stil geht einher mit der Art und Weise etwas zu tun und welche Haltung man zu jener Sache hat. Ich selbst assoziiere den Begriff Stil beim Jagdreiten mit folgenden Punkten:

Training von Pferd und Reiter

Ein für die Schleppjagd bestmöglich trainiertes Jagdpferd ist die Grundvoraussetzung, um diesen Sport in vollen Zügen genießen zu können und gehört zum Stil genauso dazu wie das Auftreten und Verhalten eines Jagdreiters. Unter diesem Gesichtspunkt trainiere ich die von mir eingesetzten Jagdpferde stets vielseitig. Das bedeutet, es wechseln sich Trainingseinheiten mit Springgymnastik, dem Gymnastizieren und gezieltem Training im Gelände ab. Reiter, die ihr Jagdpferd richtig vorbereiten, sind selbst bestmöglich trainiert. In meinen Augen ist dies die beste Vorsorge, um einen nicht risikofreien Sport, wie die Schleppjagd, möglichst risikofrei ausüben zu können. Daher hat für mich das abwechslungsreiche Training meiner mir zur Verfügung stehenden Jagdpferde oberste Priorität. Erst dann ist es für  mich "Fair zum Pferd", hat Hand und Fuß und steht im Sinne von horsemanship. Ein gut trainierter Reiter kann mit einem gut trainierten Pferd harmonisch und möglichst sicher reiten. Auffallen sollte er während der Jagd ohnehin nur durch ein solches Reiten und nicht durch ein schillerndes Tenue.







Werte eines Jagdreiters

Die Werte, die ich für wichtig erachte, sind die Sensibilität in Anbetracht der jagdlichen Umwelt. Das bedeutet eine große Wertschätzung gegenüber allen Meutebetrieben, Jagdveranstaltern und Jagdhornbläsern. Ebenso das Begegnen der Jagdpächter und Landeigner auf Augenhöhe sowie eine Achtung und Wertschätzung gegenüber den Hounds und den Jagdpferden. Aber auch das Empfinden für die Natur, das entsprechende Jagdwetter sowie die Sorge über den geringstmöglichen Schaden an ihr durch unseren Sport.





Tenue des Jagdreiters

Der Jagdsport ist traditionsreich und beruht auf Brauchtum. Vor allem aber auf Funktionalität. So hat jedes Kleidungsstück eines Jagdreiters auch seinen entsprechenden Sinn. An erster Stelle schützt das Tenue den Reiter vor Schmutz, Dornen, Ästen, Steinen, Wind und Wetter. Zu Recht fragen sich Interessierte, was ziehe ich zur Schleppjagd an? Jagdreiten ist ein rauer Natursport der nasskalten Jahreszeit. Klar, dass hier ausschließlich entsprechend robustes Material eingesetzt werden muss, um den Reiter während seiner langen Ritte über die Country Side zu schützen und warm zu halten. "Chic sein" ist lediglich ein Nebeneffekt, der heute oftmals der Funktionalität vorgezogen wird. Leider. Denn schlichte Jagdkleidung ist von ganz alleine elegant.

Vermehrt sieht man zum Beispiel häufig eigens geschneiderte und designte Plastrons aus glänzender Seide in bunten Farben und mit schillernden Motiven. Jagdröcke, die auffallen sollen. Verbunden mit enstprechender Schabracke und einer Vielzahl an Jagdknöpfen am Revers wird heute der Fokus - so scheint es mir jedenfalls - mehr auf Optik, als auf die Funktionalität gelegt.

Dabei ist es so einfach. Weniger ist mehr. Ein ordentlich zurecht gemachtes Pferd, das alleine schon durch einen guten Trainingszustand ansprechend aussieht, geputztes Sattelzeug und Reitstiefel, gehören zum Standard.

In der Hauptsaison kombiniert man eine beige-unifarbene Reithose mit einem schlichten, dunklen Jagdrock, der am Revers von Knöpfen befreit ist, mit unifarbenem Plastron in beige oder weiß und trägt dazu den hellen Handschuh. Der schwarze Stiefel wird von der Dame und dem Herren getragen, der Stulpenstiefel ausschließlich vom Herren. Braune Stiefel gehören zu Tweed.

Die Nebensaison wird klassischerweise genutzt, um sogenannte Hound Exercises zu reiten. Also Meets, die unter anderem dazu dienen, die jungen Hounds zu trainieren und an den Jagdbetrieb zu gewöhnen. Da hier klassischerweise nicht aktiv gejagt wird, ist auch keine Jagdgarderobe wie zur Hauptsaison von Nöten. Hierzulande gibt es darüber hinaus noch die Frühjahrsjagden oder Sommerschleppen. Man überzeugt durch ein helles, kariertes Plastron oder eine jagdliche Krawatte sowie durch das Tweedjacket. Der weiße Handschuh wird zum Tweed nicht getragen, ebenso wenig der Stulpenstiefel.

Der rote Jagdrock dient mit seiner Signalfarbe zur "Kommunikation" unter denjenigen, die das Jagdgeschehen maßgeblich beeinflussen. Dies ist die Equipage, in England Hunt Staff gennant. Um unter der Vielzahl der reitenden Jagdteilnehmer auch über eine gewisse Distanz ihre Meutekollegen zuordnen zu können, tragen diese den roten Rock und heben sich somit vom Jagdfeld ab. Daher trägt das Jagdfeld klassicherweise ausschließlich gedeckte Farben. Hierzulande wird "rot" verliehen. Leider greifen die meisten Reiter, auch ohne ihn verliehen bekommen zu haben, zum roten Jagdrock. Auch Reiter, die weder eine Funktion im Feld noch in der Equipage ausüben, setzen auf diese Farbe. Für mich ein absolutes "no go". Nur durch das Tragen eines roten Rockes ist der Träger nicht automatisch ein Jagdreiter. Anders gesagt - nur der Besitz eines Jagdscheins macht den Jäger nicht zum Waidmann!

Das gut trainierte Jagdpferd trägt den Reiter verlässlich über Stock und Stein. Es sorgt mit seinem Geschick, seiner Ausdauer und seinem Vertrauen in den Reiter dafür, dass dieser einen schönen Jagdtag erleben kann. Daher steht dem Jagdpferd eine mindestens genauso große Aufmerksamkeit bezüglich seines Aussehens wie dem Jagdreiter zu. Für mich gehört daher ein eingeflochtenes Pferd zur Jagd zum Standard dazu. Auf der Webseite der Berkeley Hunt ist hierzu auf der Unterseite "Etiquette" Folgendes zu lesen, woraus ich aus Absatz 5 zitiere: "Horses shall be well turned out with manes and tails plaited from the start of Hunt Season!" - Pferde sollten also mit Beginn der Saison zu den Meets herausgeputzt werden, in dem zusätzlich Mähne und Schweif eingeflochten sind. Dies ist keineswegs überheblich, sondern zählt für mich zur Wertschätzung gegenüber dem Partner Pferd und der Wertschätzung unseres Sportes dazu.

Über all diese und weitere Fragen informiere ich in meinen Seminaren. Gerne gebe ich darüber auch bei direkter Kontaktaufnahme Auskunft.


Schloss Gesmold 2019 (Foto: Privat)




Habe Spaß. Reite Jagd. Aber richtig.

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